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Realschule am Klostergarten

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100% Menschenwürde: Workshop-Tag der Klassen 9a und 9b

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (16.03. – 29.03.) setzten die Klassen 9a und 9b am vergangenen Donnerstag ein deutliches Zeichen für Inklusion. Unter dem Motto „Vielfalt wertschätzen – Vielfalt leben“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen.

Behinderung ist kein Gegenteil von Gesundheit

Der Workshop startete mit einer eindrücklichen Einführung, die viele Vorurteile direkt aus dem Weg räumte. Ein zentraler Punkt war die Erkenntnis, dass „behindert“ nicht das Gegenteil von „gesund“ ist. Vielmehr ist Behinderung, frei nach dem Aktivisten Raul Krauthausen, das Ergebnis von Barrieren, die unsere Gesellschaft aufbaut.

Besonders überraschend für viele: Die wenigsten Behinderungen sind angeboren. Die meisten werden im Laufe des Lebens durch Krankheiten oder Unfälle erworben. Es wurde schnell klar: Es kann jeden von uns treffen, und umso wichtiger ist ein wertschätzendes Miteinander.

Um Theorie in Praxis zu verwandeln, durchliefen die Jugendlichen verschiedene Stationen, an denen sie am eigenen Körper erfuhren, was es bedeutet, wenn Sinne eingeschränkt sind oder ganz fehlen:

  • Kommunikation: Wie mühsam ist es, einen klaren Satz zu formulieren, wenn der Mund (simuliert durch Kekse) voll ist?
  • Hörverlust: Jemanden zu verstehen, während Noise-Cancelling-Kopfhörer die Umwelt ausblenden, erfordert höchste Konzentration.
  • Motorik: Eine alltägliche Aufgabe wie das Binden von Schnürsenkeln wird mit nur einer Hand zur echten Geduldsprobe.
  • Vertrauen & Orientierung: Sich gegenseitig blind zu füttern oder die Umgebung nur mit einem Blindenstock wahrzunehmen, erforderte großen Mut und Vertrauen in die Mitschüler.

Fazit: Die Barrieren im Kopf abbauen

Das Feedback der Schülerinnen und Schüler war durchweg positiv. Viele berichteten, dass der Workshop ihnen die Augen geöffnet habe und sie nun einen ganz anderen Blick auf ihren Alltag und ihre Mitmenschen haben.

Am Ende des Tages stand eine wichtige Erkenntnis fest: Die größten Hindernisse für Menschen mit Behinderungen sind oft nicht die Treppenstufen oder fehlende Rampen, sondern die Barrieren in unseren Köpfen. Wenn wir lernen, Vielfalt nicht als Defizit, sondern als Bereicherung zu sehen, kommen wir dem Ziel von 100% Menschenwürde ein großes Stück näher.

M. Raths

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